THG-QUOTE VERKAUFEN - (D)EIN LEITFADEN

07.09.2022
THG-WISSEN

THG-QUOTE VERKAUFEN UND VOM QUOTENHANDEL PROFITIEREN. SO GEHT'S!

Der Umstieg von fossilen Antriebsstoffen auf Elektrofahrzeuge ist in der Lage, Treibhausgasemissionen im Verkehrsbereich drastisch zu senken. Um die Mobilitätswende voranzutreiben, werden eFahrzeuge daher auf verschiedene Arten gefördert. Das ist wahrscheinlich nichts Neues für dich.

Seit dem 01.01.2022 gibt es eine weitere Maßnahme, die die eMobilität unterstützt: die THG-Quote für Halter*innen von Elektroautos. Du als eMobilist*in kannst von der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) profitieren und mit deinem eAuto einfach Geld verdienen.

Du fragst dich, wie das möglich ist? Was ist die THG-Quote eigentlich und wie lässt sich ihr Einfluss auf die Umwelt erklären? In diesem Artikel geben wir dir die Antworten auf die wesentlichen Fragen. Du erhältst einen Überblick über das Thema THG-Quote und THG-Prämie und die wichtigsten Informationen verständlich aufbereitet.

DIE WICHTIGSTEN INFORMATIONEN

Du hast nicht viel Zeit? Die wichtigsten Informationen haben wir zu Beginn für dich zusammengefasst.

Wer kann die THG-Quote verkaufen und profitieren?

Halter*innen von reinen Elektrofahrzeugen können profitieren. Unterschiedliche Fahrzeugklassen sparen unterschiedlich viele Emissionen ein. Die Bundesbehörde hat verschiedene Schätzwerte für den privat geladenen Strom je Fahrzeugklasse - ePKWs (BEVs der Klasse M1), leichte eTransporter (N1) und eBusse (M3) - festgelegt und veröffentlicht. Auf deren Basis berechnen sich die Emissionseinsparungen pro Fahrzeug, welche ausschlaggebend für die Höhe der THG-Prämie sind. Elektrische Kleinfahrzeuge, wie eRoller, können seit der Gesetzesänderung im Juli 2023 nicht mehr von der THG-Quote profitieren.

Wie oft kann ich Geld bekommen?

Seit dem 01.01.2022 können Halter*innen von Elektrofahrzeugen einmal pro Jahr und pro Fahrzeug von der THG-Quote profitieren und mit ihrem eAuto Geld verdienen. Hast du zwei eFahrzeuge, bekommst du auch die doppelte Prämie im Jahr.

Wie hoch ist die THG-Prämie?

Der Preis der THG-Quote unterliegt durch die Dynamik von Angebot und Nachfrage am THG-Quotenmarkt grundsätzlich Schwankungen. Ein Garantiepreis ermöglicht dir eine größere Planungssicherheit. Wählst du den Risikopreis, kommt es auf den Marktpreis zum Vermarktungszeitpunkt deiner THG-Quote an, wie hoch die Auszahlung am Ende sein wird.

Welches Gesetz gilt?

Die THG-Quote wird durch das deutsche Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und die 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV Nr. 38) geregelt. Gemäß der 38. ⁠BImSchV⁠ ist das Umweltbundesamt die zuständige Stelle zur Prüfung der in den Verkehr gebrachten Kraftstoffe und zertifiziert die eingesparten Emissionen. Ohne Zertifikat ist kein Handel möglich. Die letzte Gesetzesänderung die auch die Einreichungsfrist der THG-Quote betrifft, wurde im Juli 2023 durchgesetzt.

Ist die Regelung wirklich gut fürs Klima?

Durch die THG-Quote wird Nachfrage nach erneuerbaren Energien geschaffen, denn entweder nutzen quotenverpflichtete Unternehmen erneuerbare Energien, um Emissionen zu senken, oder sie müssen eine empfindliche Strafe zahlen. Die Kosten für die erneuerbaren Energien werden dabei oft auf verbrenner-fahrende Kund*innen abgewälzt. Dadurch entsteht eine Umverteilung von finanziellen Mitteln von fossilen Kraftstoffen hin zu erneuerbaren Energien im Verkehr. So wird eine effiziente Förderung eines emissionsfreien Verkehrs geschaffen. Es kommen weniger fossile Kraftstoffe in den Verkehr und erneuerbare Energieformen werden gefördert.

Good to know

Die THG-Prämie kann seit der Gesetzesänderung vom 29. Juli 2023 nur noch bis zum 15. November des jeweiligen Beantragungsjahres beim Umweltbundesamt eingereicht werden. Hast du dein eAuto zugelassen, solltest du mit der Beantragung der THG-Quote also nicht mehr all zu lange warten. Wichtig ist, dass du zum Zeitpunkt der Anmeldung auf der Plattform auch als Halter*in im Fahrzeugschein eingetragen bist. Wie lange schon, ist dabei nicht wichtig.

WAS IST DIE THG-QUOTE?

Das lange Wort Treibhausgasminderungsquote ist nicht gerade locker über die Lippen zu bringen und doch scheint es in aller Munde zu sein. Was steckt hinter diesem Begriff?

Mineralölkonzerne bringen fossile Kraftstoffe, wie Benzin und Diesel in den Verkehr und tragen zu großen Mengen von CO2-Ausstoß bei.

Stell dir vor...

allein im Jahr 2021 wurden 35 Milliarden Liter Diesel und 16 Milliarden Liter Benzin in den Verkehr gebracht. Das führte allein für den Straßenverkehr zu ungefähr 145 Millionen Tonnen CO2. Das entspricht mehr als 1.500 Kreuzfahrtschiffen. Kannst du dir das vorstellen? Wir auch nicht. Es ist in jedem Fall viel zu viel!

Mit Blick auf diese Zahlen wird deutlich, dass es politische Maßnahmen braucht, die den hohen CO2-Ausstoß regulieren und die entsprechenden Unternehmen dazu drängen, Verantwortung zu übernehmen und mit erneuerbaren Energien zu arbeiten.

Die THG-Quote setzt genau hier an.

THG-Quote steht abgekürzt für Treibhausgasminderungsquote. Es geht also darum, die Treibhausgase zu mindern. Als gesetzliche Maßnahme und politisches Instrument für den Klimaschutz verfolgt die THG-Quote das Ziel, die Treibhausgase im Verkehrssektor zu verringern und erneuerbare Energien zu fördern. Genauer noch: Fossile Energien sollen zugunsten von erneuerbaren Energien ersetzt werden.

Das Gesetz um die Quote bestimmt in diesem Rahmen, dass diejenigen, die in Deutschland klimaschädliche Kraftstoffe in den Verkehr bringen, dazu verpflichtet sind, die dadurch entstehenden Emissionen, um einen gesetzlich festgelegten Prozentsatz zu mindern.

Diese Minderung wird Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) genannt.

WIE WIRD DIE THG-QUOTE BERECHNET?

Kommen wir zum kniffligen Teil. Wenn die Höhe der THG-Quote gesetzlich geregelt und prozentual festgelegt ist, wie wird sie berechnet?

Die THG-Quote berechnet sich grundsätzlich aus dem Verhältnis von (realen) Emissionen im Straßenverkehr (Fossil + Erneuerbare) gegenüber einem Referenzwert, hier dem rein fossilen Energie-Äquivalent (100% Fossil z.B. Benzin oder Diesel).

Einfacher gesagt:

'Wie hoch waren die Emissionen tatsächlich?' im Verhältnis zu 'Was wären die Emissionen gewesen, wenn rein fossile Energie verkauft worden wäre (Referenzwert)?'

Zur Berechnung des Referenzwertes werden die verkauften fossilen Energiemengen des Quotenverpflichteten multipliziert. Es wird berechnet, wie hoch die Emissionsmenge X gewesen wäre, wenn diese komplett aus klimaschädlichem, fossilem Erdöl entstanden wäre. In dem Fall gäbe es maximal viele Emissionen, die beim Autofahren freigesetzt werden würden - was wir alle nicht wollen. Der Referenzwert versteht sich demnach als Wert reiner fossiler Energie, gegenüber dem die Treibhausgasminderung zu erfolgen hat.

Um nun die erforderliche Treibhausgasminderung zu berechnen, die z.B. ein Mineralölkonzern erfüllen muss, wird der berechnete Referenzwert um den festgesetzten Prozentsatz verringert. Als Zielwert ergibt sich die Menge an Treibhausgasen, die von den tatsächlichen Emissionen nicht überstiegen werden darf, um die Quote zu erfüllen. Demnach stellt die Differenz zwischen dem rein fossilen Referenzwert und dem Wert der tatsächlichen Emissionen des Verpflichteten fest, inwieweit die Quotenverpflichteten (der Mineralölkonzern) die Quote tatsächlich erfüllt haben.

Wird also an der Tankstelle eine Energiemenge X verkauft, die ausschließlich aus fossilem Erdöl gemacht wäre, gäbe es auch maximal viele klimaschädliche Emissionen, die in den Verkehr gebracht werden würden. Diese Menge an Emissionen wollen wir nicht haben und die Quote gibt nun vor, wie hoch die Emissionen, die mit der verkauften Energiemenge verbunden sind, maximal sein dürfen. Wer die Quote also einhalten möchte (und das muss man ja), darf seine Energie nicht mehr komplett fossil verkaufen, da dann die Emissionen zu hoch wären. Man muss sich also überlegen, “Welche Energie kann ich verkaufen, die weniger Emissionen hat?”

2015 wurde das erste Konzept der THG-Quote zur Einsparung der Emissionen im Verkehr eingeführt. Die THG-Quote startete zu diesem Zeitpunkt mit einer gesetzlichen Einsparungsverpflichtung von 3 % und stieg im Jahr 2022 bis auf 7 %.

Deutlich wird: Mit dem Ziel, die zunehmenden CO2-Emissionen zu senken, steigt die THG-Quote. Du kannst dir also vorstellen, dass der Druck hin zu einem nachhaltigeren Wirtschaften der Konzerne stetig wächst.

THG-QUOTE VERKAUFEN UND KLIMA SCHÜTZEN

Unternehmen, insbesondere Mineralölkonzerne, die fossile Kraftstoffe in den Verkehr bringen, sind quotenverpflichtet. Das bedeutet, sie sind gesetzlich dazu angehalten, ihre Treibhausgase jedes Jahr, um einen bestimmten Prozentsatz zu verringern. Tun sie das nicht, müssen diese Unternehmen Strafen für jede Tonne CO2 zahlen, die sie nicht eingespart haben. Bei Nichterfüllung wird 600€/t CO2 Strafe fällig. Nicht-Einsparung lohnt sich so nicht mehr.

Was bedeutet das nun für die Unternehmen?

Unternehmen müssen sich fragen: „Welche Energie können wir verkaufen, die weniger Emissionen hat?“ und kommen damit sehr schnell auf die erneuerbaren Energien. Zum Beispiel muss man Benzin nicht aus 100% Erdöl machen, sondern kann auch Ethanol aus Pflanzen, sogenanntes Bioethanol, in den Kraftstoff mixen. Die Pflanzen, aus denen das Ethanol gewonnen wird, holen sich ihr CO2 während ihres Wachstums aus der Luft und beim Autofahren gelangt es bei der Verbrennung des Kraftstoffs wieder in die Luft - ein Nullsummenspiel. Wir kennen das alle von der Tankstelle als E5 oder E10, was einfach nur bedeutet, dass 5% oder 10% Bioethanol ins Benzin gemischt werden, um die Emissionen der Energie in Summe zu senken und - du ahnst es schon - die THG-Quote einzuhalten. So schließt sich der Kreis.

Es gibt für Mineralölunternehmen also verschiedene Optionen, den Forderungen der THG-Quote nachzukommen:

  • Der eigene Verkauf emissionsärmerer Kraftstoffe (z.B. Biodiesel)
  • Der Einkauf von Einsparungen von anderen Marktteilnehmer*innen (wie z.B. auch Halter*innen von Elektroautos)

Hier kommst du ins Spiel.

Strom für Elektroautos, als alternativer Kraftstoff, hat bereits heute niedrigere Emissionen als Diesel und Benzin und kann genutzt werden, um die THG-Quote zu erfüllen. Dadurch, dass Menschen ihre Elektroautos z.B. zu Hause laden, bringen sie selbst Energie in den Verkehr - und zwar Energie, die deutlich besser ist, als die fossile.

Besitzt du also ein Elektrofahrzeug, kannst du im Rahmen des THG-Quotenhandels deine CO2-Einsparung an Mineralölkonzerne verkaufen, die wiederum durch den Einkauf ihren Quotenanteil begleichen können. Langfristig werden so erneuerbare Energien vorangetrieben.

Good to know

Um 1% der in 2020 durch die THG Quote erreichten Treibhausgaseinsparungen zu erreichen, hätte man damals Einsparungen von ca. 150.000 eAutos gebraucht. Das sind ganz schön viele eAutos! Heute ist die Quote höher und damit braucht man noch viel mehr!

WIE FUNKTIONIERT DER THG-QUOTENHANDEL?

Hast du gerade erst ein Elektrofahrzeug erworben, liegt dir die Vorstellung womöglich fern, mit diesem Auto sogleich in den nächsten Handel einzusteigen. Doch wir können dich beruhigen. Der Quotenhandel ist für Halter*innen von Elektrofahrzeugen ein wohlwollender Markt, an dem du gut verdienen kannst.

Die Frage ist vielmehr, wie dir ermöglicht werden kann, dass du an deinen eingesparten Emissionen tatsächlich verdienst. Seit Beginn 2022 können auch Elektroauto-Halter*innen am Quotenhandel teilnehmen, d.h. das von ihnen eingesparte CO2 ‘weiterverkaufen’. Zu diesem Zweck wird der durchschnittliche Stromverbrauch eines eAutos durch das Umweltbundesamt geschätzt, der nicht öffentlich, also z.B. zu Hause geladen wird, woraufhin die handelbaren Quotenanteile berechnet werden.

Das Problem: Die Mengen pro Elektrofahrzeug sind zu klein, um diese allein vermarkten zu können.

Um dies möglich zu machen, übernehmen sogenannte THG-Quotenpooler den Verkauf. Sie sammeln die THG-Quoten von tausenden Halter*innen und verkaufen sie gebündelt zu Großhandelspreisen an Mineralölkonzerne. Die Verkaufserlöse werden anschließend, abzüglich Kosten und Marge, an die Halter*innen ausgezahlt.

Good to know

Das Prinzip funktioniert natürlich nicht nur für ePKWs. Auch größere Fahrzeuge mit einem höheren Verbrauch können profitieren. So wird ein eBus rechnerisch mit einem Verbrauch von 36 eAutos anerkannt - denn ein Bus ist nicht nur größer und schwerer, sondern idealerweise natürlich fast den ganzen Tag unterwegs - nur eben elektrisch! Und sogar mit dem Strom aus deiner eigenen Wallbox kannst du von der THG-Quote profitieren.

THG-QUOTE VERKAUFEN - DIE SCHRITT FÜR SCHRITT ANLEITUNG

Du möchtest dir jetzt die Prämie sichern? So einfach funktioniert die Beantragung:

  1. Registriere dich ohne viel Aufwand auf unserer Seite und lege ein eigenes Profil an.
  2. Lade in deinem Profil deinen Fahrzeugschein hoch – damit ist die Zulassungsbescheinigung Teil I gemeint.
  3. Wir überprüfen deine Unterlagen und reichen sie gesammelt bei der Behörde ein, die deine Unterlagen und eingesparten Emissionen zertifiziert und Nachweise darüber ausstellt. Du musst dich um nichts kümmern.
  4. Wir verkaufen die akkumulierten Nachweise an Firmen, die in Deutschland über die gesetzliche Treibhausgasminderungsquote verpflichtet sind, ihre Emissionen zu senken.
  5. Du erhältst von uns bis zu 350€ THG-Prämie pro eAuto und hilfst ganz nebenbei den Klimawandel zu bekämpfen. Das Beste: Wir zahlen dir die Prämie jedes Jahr aufs Neue aus!
  6. Du kannst außerdem einen Werbebonus erhalten. Für jede geworbene Person mit einem eAuto erhältst du weitere 15€. Zusammen treiben wir die eMobilität an!
JETZT THG-QUOTE VERKAUFEN