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Seit 2015 gibt es die THG-Quote – ein Klimaschutzinstrument, das quotenverpflichtete Unternehmen dazu bringen soll, die Emissionen der von ihnen verkauften Energie zu senken. Diese Quote steigt jedes Jahr.
Doch was passiert eigentlich, wenn ein Unternehmen das nicht schafft? Wie hoch ist die Strafe, was bedeutet „Pönale" – und was hat das mit deiner THG-Prämie zu tun? Hier erfährst du alles.
Kurz & knapp: Eine Pönale ist eine Strafe beziehungsweise eine gesetzlich festgelegte Abgabe Nach Ablauf eines Verpflichtungsjahres wird geprüft, ob ein Unternehmen seine Quote erfüllt hat Wer sie verfehlt, zahlt 0,60 Euro je Kilogramm CO2 – also 600 Euro je Tonne Diese Abgabe ist der Grund, warum dein Zertifikat einen Preis hat: Bis zu dieser Grenze lohnt es sich für ein Unternehmen, zu kaufen statt zu zahlen
Unternehmen, die nach dem Energiesteuergesetz fossile Kraftstoffe in den Verkehr bringen, sind quotenverpflichtet. Das betrifft in erster Linie große Mineralölkonzerne.
"Die Quotenverpflichtung entsteht mit dem Inverkehrbringen einer Mindestmenge von mindestens 5.000 Litern fossilem Diesel- oder fossilem Ottokraftstoff (bezogen auf das gesamte Verpflichtungsjahr). Wird eine geringere Menge in Verkehr gebracht, entsteht keine Verpflichtung." Zoll online
Die Treibhausgasminderungsquote soll somit eine Umverteilung der Gelder generieren. Das bedeutet, es soll Geld von fossilen Brennstoffen in emissionsarme Alternativen fließen. So soll die Verkehrswende weiter gefördert werden.
Eine Pönale ist eine Strafe, Gebühr oder auch ein Bußgeld, welches als Strafe für einen Vertragsbruch verhängt wird. Das Wort Pönale stammt von dem lateinischen Wort „poena“ ab, was so viel wie Bestrafung bedeutet.
Im Kontext des THG-Quotenhandels ist eine Pönale fällig, wenn ein quotenverpflichtetes Unternehmen - also beispielsweise ein Mineralölkonzern - die vorgegebene THG-Quote in einem Jahr nicht erfüllt.
Die THG-Quote wird für jedes Jahr verbindlich als Prozentsatz festgelegt. 2026 liegt sie bei 12,0 Prozent, 2027 steigt sie auf 17,5 Prozent, bis 2030 auf 26,5 Prozent und bis 2040 auf 65 Prozent. Das heißt: Quotenverpflichtete müssen ihre Emissionen gegenüber dem fossilen Referenzwert um genau diesen Anteil senken. Die jeweils geltenden Werte veröffentlicht der Zoll in seiner Übersicht zur Quotenhöhe; Rechtsgrundlage ist § 37a Absatz 4 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes.
Mehr zu der THG-Quote und dem fossilen Referenzwert findest du auch in unserem THG-Leitfaden.
Ob die Unternehmen diese Quote einhalten konnten, wird dann immer am Ende des jeweiligen Jahres geprüft. Hat ein Unternehmen die festgesetzte Prozentgrenze erreicht oder liegt sogar darüber, gilt die Quote als erfüllt. Liegen die Einsparungen allerdings darunter, muss das betreffende Unternehmen Pönalen zahlen.
Grundsätzlich können Minderungsmengen, die über die Quote hinausgehen, auf Antrag auf das Folgejahr angerechnet werden (§ 37a Absatz 8 BImSchG). Für die Verpflichtungsjahre 2025 und 2026 hat der Gesetzgeber das jedoch ausgesetzt: Nach § 4a der 38. BImSchV dürfen diese Jahre nicht mit Übererfüllungen des jeweiligen Vorjahres erfüllt werden. Für 2027 gilt eine einmalige Ausnahme – dort dürfen Mengen aus 2024 und 2025 eingesetzt werden.
Die Biokraftstoffquotenstelle setzt für die Fehlmenge eine Abgabe fest. Sie beträgt seit dem Verpflichtungsjahr 2022 0,60 Euro je Kilogramm CO2-Äquivalent – also 600 Euro je Tonne. Bis einschließlich 2021 waren es 0,47 Euro je Kilogramm. Geregelt ist das in § 37c Absatz 2 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, die amtliche Darstellung findest du beim Zoll.
Warum diese Zahl für dich wichtig ist: Sie wirkt wie eine Obergrenze. Bis zu 600 Euro je Tonne ist es für ein Unternehmen wirtschaftlich sinnvoller, ein Zertifikat zu kaufen, als die Abgabe zu zahlen. Genau in diesem Raum bildet sich der Preis, aus dem am Ende deine THG-Prämie entsteht.
Zur Erfüllung der THG-Quote bieten sich den Unternehmen zwei Möglichkeiten:
Mit der zweiten Option kommt also der THG-Quotenhandel ins Spiel.
Hier werden der durchschnittliche geschätzte Stromverbrauch eines eAutos, das nicht öffentlich geladen wird, mit dem tatsächlichen (öffentlichen) Ladestrom durch Angaben der Ladesäulenbetreiber*innen miteinander addiert. Anhand dieser Zahlen wird dann der handelbare Quotenanteil berechnet.
Besitzt du also ein Elektrofahrzeug, kannst du im Rahmen des THG-Quotenhandels deine CO2-Einsparung vom Umweltbundesamt zertifizieren lassen und anschließend an Mineralölkonzerne verkaufen. Diese können wiederum durch den Einkauf deines Umweltzertifikates ihren Quotenanteil begleichen.
Wie das im Detail funktioniert, findest du in unserem THG-Leitfaden.
Die THG-Quote gibt es schon seit 2015. Bis 2017 konnten die Unternehmen allerdings ausschließlich durch das Inverkehrbringen von Biokraftstoffen die Quote erfüllen. Seit 2018/19 wurden den verpflichteten Unternehmen durch mehrere Rechtsverordnungen weitere Möglichkeiten zur Erfüllung der Quotenverpflichtung ermöglicht.
Die THG-Quote setzt europäisches Recht in deutsches um. Grundlage ist inzwischen die Erneuerbare-Energien-Richtlinie in ihrer dritten Fassung (RED III).
Am 23. April 2026 hat der Bundestag das Zweite Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote beschlossen. Es hebt den Minderungspfad deutlich an – im Verfahren sogar noch über den Regierungsentwurf hinaus: statt 16 Prozent für 2027 wurden es 17,5 Prozent, statt 59 Prozent für 2040 wurden es 65 Prozent.
Für Quotenverpflichtete heißt das: Der Abstand zwischen dem, was sie erreichen müssen, und dem, was sie ohne Zukauf erreichen, wird größer. Für eAuto-Halter heißt es: Die Nachfrageseite des Marktes, auf dem dein Zertifikat gehandelt wird, wird gesetzlich gestärkt.
Was das konkret für die Prämie 2027 bedeuten kann – und welche Gegenargumente es gibt – haben wir in einem eigenen Artikel eingeordnet: THG-Prämie 2027.
Die THG-Quote verpflichtet Unternehmen, die fossile Kraftstoffe in Verkehr bringen, ihre Emissionen um einen festgelegten Prozentsatz zu mindern. Dieser Prozentsatz steigt jedes Jahr – von 12,0 Prozent im Jahr 2026 auf 17,5 Prozent im Jahr 2027 und weiter bis auf 65 Prozent im Jahr 2040.
Wer die Quote verfehlt, zahlt eine Pönale von 0,60 Euro je Kilogramm CO2, also 600 Euro je Tonne. Genau diese Abgabe macht dein Zertifikat wertvoll: Bis zu dieser Grenze ist Kaufen für ein Unternehmen günstiger als Zahlen.
Begriffe wie Quotenverpflichtete, Anrechnungsfaktor oder 38. BImSchV erklären wir im Glossar zur THG-Quote. Wie du deine eigene Prämie bekommst, steht in THG-Prämie beantragen.
Stand: 22. September 2026.
