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Hinweis: Dieser Artikel erklärt den Preisverfall der Jahre 2023 bis 2025. Seitdem hat sich die Lage geändert - die Quote wurde angehoben, die UER-Anrechnung ist entfallen und der Markt zeigt wieder einen Aufwärtstrend.
Den aktuellen Stand findest du hier: THG-Quoten Marktpreis 2025: So entwickelt sich der Markt und Wieder steigende THG-Prämien 2026? - Interview mit Wilko Eggers

Die Grafik zeigt den Preis der THG-Quote von Anfang 2023 bis 2025. Von hohen Werten zu Jahresbeginn 2023 sank der Preis rasch um fast die Hälfte und blieb bis 2025 auf niedrigem Niveau.
Ende 2022 lagen die Preise für die THG-Quote stabil auf hohem Niveau. Im Jahr 2023 änderten sich die Bedingungen drastisch, und bis 2025 blieben die Preise niedrig.
Was waren die Gründe? Dieser Beitrag erklärt die vier Faktoren, die zusammenkamen.
Der Preis der THG-Quote richtet sich nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage und kann ausschließlich im direkten Handel zwischen Anbietern und Käufern festgelegt werden. Dabei ist er sehr volatil - das heißt, er ist starken Schwankungen ausgesetzt.
Die Schwankungen entstehen aufgrund von verschiedenen Faktoren. Dazu gehören beispielsweise Schwankungen in den Preisen für Biokraftstoffe (E5, E10), die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien sowie die allgemeine Wirtschaftslage. Auch politische Entscheidungen und internationale Abkommen können sich auf den THG-Quotenpreis auswirken.
Da der Markt für THG-Quoten noch vergleichsweise jung und klein ist, können auch kleinere Veränderungen in Angebot und Nachfrage zu starken Preisschwankungen führen.
Preisinformationsdienste sind spezialisierte Dienstleister, die täglich die aktuellen Preisinformationen ermitteln und daraus einen Preisindex erstellen. Durch diese Daten kann man eine grobe Einschätzung darüber treffen, was auf dem THG-Quotenmarkt gerade vor sich geht.
Über das Jahr 2023 hinweg ist der Preis der THG-Quote drastisch nach unten gegangen. Auch 2024 hat sich dieser Trend fortgesetzt. Verschiedene Aspekte haben auf diese Entwicklung einen Einfluss.
Erst 2023 stieg die deutsche Emissionsintensität im Vergleich zum Vorjahr an. Die Anpassung für 2024 weist erneut auf einen Anstieg der Umweltbelastung durch deutschen Strom hin. Das bedeutet, dass die Emissionen in Deutschland erneut gestiegen sind.
Die Verordnung des Umweltbundesamtes für 2024 erhöht den Durchschnittswert der Treibhausgasemissionen pro Energieeinheit des in Deutschland erzeugten Stroms von 135 auf 138 Kilogramm Kohlenstoffdioxid-Äquivalent pro Gigajoule. Ein erhöhter Emissionsfaktor im Netz führt auch zu mehr CO2-Emissionen bei deinem persönlichen Stromverbrauch.
Die Auswirkungen dieser Änderung sind auch für deine THG-Prämie spürbar. Das UBA zertifiziert nun weniger CO2 pro Elektroauto, wodurch der Marktpreis für die Quote sinkt. Selbst wenn du Ökostrom nutzt, wird für die Berechnung deiner THG-Quote der allgemeine Strommix herangezogen.
Der Emissionsfaktor basiert auf den statistischen Werten von vor zwei Jahren, wobei das Strommixjahr 2022 als Referenzjahr für die Quote 2024 dient.
Der russische Angriffskrieg in der Ukraine im Jahr 2022 zwang Deutschland zur verstärkten Nutzung von Kohlekraftwerken aufgrund eingeschränkter Gaslieferungen. Das führte zu einem deutlichen Anstieg der Stromproduktion aus Kohlekraftwerken im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt (destatis) berichtet.
Obwohl diese Maßnahme die Versorgungssicherheit gewährleistete, erhöhte sie die Emissionen bei der Stromproduktion erheblich. Der höhere Anteil von Kohlestrom im Mix führt zu einem Anstieg des CO2-Ausstoßes für den privat geladenen Strom deines eAutos, was bedeutet, dass dem Fahrzeug mehr Emissionen und weniger CO2-Einsparungen zugeschrieben werden.
Ein drastischer Anstieg der Importe von vermutlich betrügerisch falsch deklarierten Biokraftstoffen aus Asien, insbesondere aus China, führt zu erheblichen Preisrückgängen.
Bei diesen Importen wird behauptet, dass es sich um besonders umweltfreundliche und förderungswürdige Kraftstoffe handelt, beispielsweise aus Algen. Allerdings sind sich Branchenexperten weitgehend einig, dass es rechnerisch unwahrscheinlich ist, dass es sich tatsächlich um solche Kraftstoffe handelt. Stattdessen deutet vieles darauf hin, dass es sich eher um Material handelt, das aus Palmöl oder Altspeisefetten produziert wurde, was in Deutschland eigentlich nicht mehr gesondert gefördert werden sollte.
Der weltweit agierende Zertifizierer von Biokraftstoffen ISCC berichtet von “Anzeichen, die auf einen möglicherweise zweifelhaften oder betrügerischen Ursprung dieser Handelsströme hinweisen”. Die Bundesregierung hat bestätigt, dass die zuständige Behörde bereits Strafanzeige zu dem Thema gestellt hat, obwohl es sich bisher nur um "unbestätigte Verdachtsfälle" handelt.
Große Mineralölkonzerne bevorzugen diese Importe, ob falsch deklariert oder nicht. Sie bieten eine kostengünstigere Möglichkeit, ihre THG-Quote zu erfüllen als nachhaltig in Deutschland produzierte Biokraftstoffe oder Ladestrom-Zertifikate. Entsprechend stark werden sie gekauft und bringen den aktuellen Preis der THG-Quote auf Sinkflug.
Die vorgegebene Quote war für die Mineralölkonzerne lange viel zu leicht zu erfüllen. Jahr für Jahr schafften sie es, die angeblich schwer erreichbare Vorgabe zu übertreffen. Inzwischen wurde nachgesteuert: Die Quote ist auf 10,6 % angehoben worden und die Anrechnung von UER-Projekten entfallen.

Seit dem Start im Jahr 2015 ist die festgelegte Quote nicht nur erreicht, sondern Jahr für Jahr übererfüllt worden. Da es möglich ist, die überschüssigen Mengen auf zukünftige Jahre zu übertragen, fand diese Übererfüllung zum Teil in der Erwartung statt, dass die Preise am Quotenmarkt in den nächsten Jahren steigen würden.
Wenn sich der Preis so weit von der vorgesehenen Strafe bei Nicht-Erfüllung entfernt wie damals, wird es Zeit, die Quote anzuheben. Immerhin wollen wir spätestens 2045 auch im Straßenverkehr klimaneutral sein und ganz offensichtlich gibt es hier noch Potenziale die Schrauben anzuziehen. Hier wäre es im Ermessen und der Verantwortung der deutschen Bundesregierung, die THG-Quote deutlich zu erhöhen.
Was bedeutet das für deine THG-Prämie? Durch unsere langfristigen Abnahmeverträge für unsere THG-Quoten profitierst du mit GELD FÜR eAUTO als einer der größten deutschen Strom-Quotenhändler weiterhin von Höchstprämien!
Das war die offene Frage am Ende dieses Zeitraums. Der Markt ist komplex und ständig im Wandel - nicht nur Elektroautos spielen eine Rolle, sondern viele weitere Faktoren. Eine genaue Prognose war damals nicht möglich.
Inzwischen ist sie beantwortet: Der Markt zeigt wieder einen Aufwärtstrend. Die Einordnung dazu steht in THG-Quoten Marktpreis 2025.
Tatsächlich entwickelt sich der Preis der THG-Quote jedes Jahr unterschiedlich. Und es gibt keine Regel, die besagt, dass der Preis zum Ende des Jahres immer ansteigt.
Um in dieser Unsicherheit einen erneuten Anstieg der THG-Quoten zu gewährleisten, sind Maßnahmen der Bundesregierung erforderlich. Diese sind zwingend notwendig, um das Instrument THG-Quote wieder als effektives Mittel der Verkehrswende zu gestalten. Lies hier, welche Maßnahmen die Bundesregierung einleiten kann.
Zwischen 2023 und 2025 fielen die Preise für THG-Quoten von hohem Niveau und blieben dort. Vier Faktoren wirkten zusammen: der angehobene Emissionsfaktor für Ladestrom, der schmutzigere Strommix als Folge des Ukraine-Kriegs, mutmaßlich falsch deklarierte Biokraftstoff-Importe aus China und eine Quotenvorgabe, die für die Mineralölkonzerne zu leicht zu erfüllen war.
Bei den letzten beiden Punkten wurde inzwischen nachgesteuert. Wie der Markt heute dasteht, liest du in THG-Quoten Marktpreis 2025.
Zuletzt aktualisiert am 15.09.2026
*Abgebildet wird der aktuelle Preis der THG-Quote bzw. Handelspreis, der sich prinzipiell unterscheiden kann von bereits verhandelten Preisen innerhalb von Verträgen zwischen Quotenhändler*innen und Quotenverpflichten.
