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Hinweis: Dieser Artikel beschreibt das Quotenjahr 2024. Die genannten Fristen sind abgelaufen, die genannten Preise entsprechen dem Stand von damals.
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Dieser Rückblick zeigt, wie der THG-Markt 2024 aussah: bis wann die Prämie beantragt werden konnte, warum die Preise damals auf einem Tiefstand lagen und welche Faktoren dazu geführt haben.
Die Bundesregierung hat 2023 Änderungen an den Regelungen zur THG-Quote vorgenommen, die sich auch auf das Jahr 2024 auswirken. Die wichtigste dieser Änderung bezieht sich auf die Einreichungsfrist der THG-Quoten beim Umweltbundesamt (UBA). Die Frist wurde verkürzt und auf den 15. November des jeweiligen Beantragungsjahres festgelegt.
Das hatte zur Folge, dass sämtliche Anträge, die nach diesem Stichtag beim Umweltbundesamt eingingen, nicht mehr für das Quotenjahr 2024 anerkannt wurden.
Bei GELD FÜR eAUTO konnte die THG-Quote für das Jahr 2024 bis zum 07. November 2024 beantragt werden. Anträge, die danach eingingen, wurden dem Quotenjahr 2025 zugerechnet und Anfang 2025 beim Umweltbundesamt eingereicht.
Für das Quotenjahr 2025 galt dieselbe Regel: Anträge mussten bis Mitte November 2025 beim Umweltbundesamt eingehen.
Die Berechnung und Preisentwicklung der THG-Quote hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben Angebot und Nachfrage spielt der jährlich veröffentlichte Emissionsfaktor für Ladestrom eine große Rolle.
Er bestimmt die fossile Belastung im Strommix und entscheidet, wie viel Elektroautos tatsächlich einsparen. Politische Entwicklungen und gesetzliche Bestimmungen können sich ebenfalls auf die Marktsituation auswirken. Die nachfolgenden Faktoren beeinflussten die THG-Quote 2024:
Erst 2023 wurde der Wert der deutschen Emissionsintensität gegenüber dem Vorjahr angehoben. Im Jahr 2024 wurde eine weitere Anpassung vorgenommen, die darauf hinwies, dass die Umweltbelastung durch deutschen Strom weiter zunahm. Das heißt, die Emissionen in Deutschland waren weiter gestiegen.
In der Verordnung des UBA für das Jahr 2024 wurde der Durchschnittswert der Treibhausgasemissionen pro Energieeinheit des in Deutschland erzeugten Stroms von 135 auf 138 Kilogramm Kohlenstoffdioxid-Äquivalent pro Gigajoule angehoben. Ein steigender Emissionsfaktor bedeutet mehr Emissionen im Netz.
Wenn sich die Gesamtqualität des deutschen Stroms verschlechtert, wirkt sich dies auch auf deinen persönlichen Stromverbrauch aus, zum Beispiel beim Laden an der privaten Wallbox. Mehr Emissionen im Stromnetz, weniger Emissionseinsparung pro Elektroauto.
Dies gilt auch unabhängig davon, ob dein verwendeter Strom aus erneuerbaren Quellen stammt, so z.B. Ökostrom. In jedem Fall wird für die Berechnung deiner Quote der allgemeine Strommix herangezogen. Sprich, selbst wenn du weiterhin grüne Energie nutzt und dein persönlicher Strommix gleichbleibt, werden deinem eFahrzeug durch diese Änderung mehr CO2 Emissionen zugerechnet.
Den Einfluss auf deine THG-Prämie kannst du am Markt beobachten. Das UBA zertifiziert weniger CO2 pro eAuto und der Marktpreis für deine Quote sinkt. Im Jahr 2023 hat das UBA noch 0,704 Tonnen eingespartes CO2 pro Elektroauto zertifiziert, während es im Jahr 2024 nur noch 0,652 Tonnen CO2 pro eAuto waren.
Wie kam es zu einer Erhöhung der Emissionsintensität?
Berechnet wird der Emissionsfaktor immer basierend auf den statistischen Werten von vor zwei Jahren. Als Referenzjahr für die Quote 2024 diente demnach das Strommixjahr 2022.
Im Jahr 2022 sorgte der russische Angriffskrieg in der Ukraine für bedeutende Veränderungen in der Energieversorgung. Die Einschränkung der russischen Gaslieferungen nach Deutschland führte zur erneuten Einschaltung von Kohlekraftwerken. So berichtet das Statistische Bundesamt (destatis) von einem prozentualen Anstieg der Stromproduktion aus Kohlekraftwerken von 8,4% gegenüber dem Vorjahr.
Auch, wenn diese Maßnahme notwendig war, um Engpässe zu vermeiden und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, ist die Auswirkung auf den Energiemix gravierend und bei der Produktion von Strom sind deutlich mehr Emissionen angefallen.
Der Anstieg von Kohlestrom im Strommix sorgt auch für mehr CO2-Ausstoß für deinen privat geladenen Strom. Deinem eAuto werden somit mehr Emissionen und weniger CO2-Einsparung zugerechnet.
Besonders bedeutsam für die erheblichen Preisrückgänge auf dem Markt für THG-Quoten seit Dezember 2022 war ein gestiegener Import von biologischen Kraftstoffen aus Asien, speziell aus China. Trotz der Zertifizierung dieser Importe als umweltfreundlich gab es in der THG-Branche Bedenken.
Zahlreiche Fachleute und Beteiligte waren der Ansicht, dass diese Kraftstoffe möglicherweise nicht den in Deutschland gültigen ökologischen Standards entsprachen. Statt aus Algen oder biologischen Abfällen sollen sie aus Palmöl oder alten Speiseölen hergestellt worden sein - Stoffe, die in Deutschland nicht mehr als förderungswürdig gelten.
Neben den CO2-Zertifikaten können Mineralölkonzerne ihre Quote durch den Verkauf emissionsärmerer Kraftstoffe, wie z.B. Biodiesel, erfüllen. Im Unterschied zu nachhaltig produzierten Biokraftstoffen stellen die importierten Kraftstoffe eine kostengünstige Methode dar und sind aus diesem Grund für Mineralölkonzerne besonders attraktiv. Sie wurden für die Erfüllung der THG-Quote genutzt, ungeachtet ihres womöglich betrügerischen Ursprungs.
Nachdem Betrugsvorwürfe aufgetaucht waren, informierte die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) die EU-Kommission sofort und erstattete Strafanzeige. Jedoch lehnte die Staatsanwaltschaft in Bonn im Oktober die Einleitung von Ermittlungen ab.
Die EU-Kommission verpflichtete sich daraufhin, die seit langem erwartete EU-Datenbank für die Biokraftstoffbranche einzurichten. Diese soll die Lieferketten von Rohstoffen und erneuerbaren Energien, die in der EU verwendet werden, nachvollziehbar machen.
Für tiefere Einblicke zum Thema Brown Grease auf dem deutschen Markt im Zusammenhang mit Importen aus Asien bietet die ausführliche Berichterstattung von Panorama 3.
Die Einhaltung der THG-Quote war 2024 noch zu einfach. Die Zielvorgabe der CO2-Einsparung war für Mineralölkonzerne zu leicht zu erreichen und der Bedarf an CO2-Zertifikaten rasch gedeckt.
In den Jahren davor gelang es den Mineralölunternehmen regelmäßig, die Quote zu übertreffen, obwohl sie angeblich als schwer zu erfüllen galt. Eine Anpassung der Quote wäre daher angebracht gewesen, um erneuerbare Energien nachhaltig zu fördern. Die Verantwortung dafür, die THG-Quote zu erhöhen, obliegt der deutschen Bundesregierung.
Seit ihrer Einführung im Jahr 2015 wurde die Quote nicht nur erfüllt, sondern jedes Jahr übertroffen. Die Übererfüllung erfolgte dabei teilweise in Erwartung höherer Preise in den Folgejahren, da die Übererfüllung auf die Folgejahre "übertragen" werden kann.
Die Prämienhöhe für 2024 ließ sich nur schwer vorhersagen. Seit Dezember 2022 hatte der Markt für THG-Quoten eine bedeutende Veränderung durchlaufen, die Preise waren um nahezu die Hälfte gesunken. Im Ergebnis lagen die Prämien 2024 so niedrig wie nie zuvor.
Inzwischen hat sich das geändert: Der Marktpreis hat sich erholt. Wie hoch die THG-Prämie heute ist und bis wann du sie beantragen kannst, steht in THG-Quote 2026 - Geld verdienen mit dem eAuto.
Angesichts der damals schwierigen Marktsituation lag eine erhebliche Verantwortung bei der Bundesregierung. Sie musste Maßnahmen ergreifen, um einen weiteren Abstieg der Preise oder sogar einen kompletten Preiszusammenbruch zu verhindern. Insbesondere dem Verdacht fälschlich zertifizierter Biokraftstoffe aus Asien, die zur Erfüllung der Quote genutzt wurden, hätte die Bundesregierung verstärkt nachgehen müssen.
Generell ist es ratsam, sich frühzeitig mit der THG-Quote für das jeweilige und das nächste Jahr zu befassen und die Entwicklung des Marktes zu beobachten. Die Jahre 2023 und 2024 haben gezeigt, dass es keine Garantie dafür gibt, dass die Prämien im Verlauf eines Jahres steigen.
2024 war für den THG-Markt ein schwieriges Jahr: ein erneut angehobener Emissionsfaktor, mutmaßlich falsch deklarierte Biokraftstoffimporte aus Asien und Prämien auf einem historischen Tiefstand. Die Einreichungsfrist beim Umweltbundesamt endete am 15. November 2024, bei GELD FÜR eAUTO am 07. November 2024.
Der Markt hat sich seitdem erholt. Wenn du deine THG-Prämie für das laufende Jahr sichern möchtest, findest du alle aktuellen Fristen, Preise und Voraussetzungen hier: THG-Quote 2026 - Geld verdienen mit dem eAuto
Zuletzt aktualisiert am 14.09.2026
